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Kabbala - Chassidismus PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Nicole Boysen   
Freitag, den 12. Oktober 2007 um 01:59 Uhr

Kabbala - Chassidismus

Der Ursprung der Kabbala liegt im Judentum. Während das klassische Judentum sich strikt auf das rationale Studium der heiligen Schriften und der Erfüllung der rituellen Gesetze konzentrierte, gab es jüdische Gruppen, die kabbalistischen Kreise, die sich dem Studium der esoterischen Lehre des Judentums, der Kabbala widmeten. Sie versuchten, die seit Jahrtausenden überfällige Erlösung durch magische Riten und Beschwörungsformeln zu beschleunigen.

Sie verteilten Amulette und Spruchzettel, eine Art "Mantras", die Heilung und Erlösung bringen sollten.

Im frühen 18. Jahrhundert entstand in Podolien, Galizien und Wolhynien der Chassidismus als eine Volksbewegung, die den Juden wieder Hoffnung und spirituelles Erlebnis ermöglichte. Der Chassidismus ist die Lehre, die sich auf die Kabbala, die jüdische Mystik beruft.

Das Wort Kabbala bedeutet so viel wie "empfangen". Nach jüdischen Glauben empfing Moses am Berg Sinai die schriftliche sondern auch die mündliche Lehre und zusätzlich die esoterische Lehre, die Kabbala. Bei der Kabbala handelt es sich um Zehntausende von Textseiten, gedacht für bestimmte, gereifte Persönlichkeiten.

Im Chassidismus des 18. Jahrhunderts ging es darum, die Wirklichkeit der zu erlösenden Welt jedem Einzelnen erlebbar zu machen. Der Begründer der Chassidismus, Israel ben Eliezer ´, wollte die Kabbala aus dem geschlossenen Raum eines elitäten Zirkels herausholen und in den Alltag integrieren, sie als aktiv gelebte Mystik erfahrbar zu machen.

Dafür bedurfte es eines "Zaddiks", eines Gerechten, der als Führer seiner Gemeinschaft in einem ständigen Paradoxon lebte. Als Mystiker stand er in ständiger Verbindung mit Gott, auf der anderen Seite war er das Bindeglied zu seiner Gemeinde und leiß diese an seinen Visionen teilhaben.

Im Mittelpunkt des Chassidismus steht die Bindung der Seele an Gott, eine permanente Beziehung die sich sowohl auf Gebet und Schriftstudium beschränkt, sondern das ganze Leben mit einbezieht. Der Gottesdienst steht vor dem reinen Schriftstudium. Freude, Tanz und Gesang, das rythmische Hin-und Herschaukeln während des Gebetes sind wichtige Elemente chassidischen Lebens. Man dient Gott in tiefster Begeisterung und Ekstase. Im Gegensatz zu der rabbinischen Lehre im 17. und 18. Jahrhundert zählte bei den Chassidim auch die einfache, aufrichtige Tat des einfachen Mannes. Jeder trägt für jeden Verantwortung und ist am Erlösungsprozess beteilligt.

 

aus dem Buch "Was ist koscher" von Paul Spiegel, erschienen im Ullstein-Verlag

 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 03. Februar 2010 um 12:53 Uhr